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Ambrosia blüht von Juli bis Oktober - vor Blüte bekämpfen wegen Verbreitung hochallergener Pollen

Ambrosia

Die hoch allergene Pflanze Ambrosia artemisiifolia, auch Traubenkraut oder Beifuß-Ambrosie genannt, breitet sich in Deutschland immer mehr aus. 

Wer an einer Pollenallergie leidet reagiert auch zu etwa 75 Prozent auf Ambrosiapollen. Da die Pollen sehr klein sind  können sie in die Bronchien gelangen und Asthma auslösen.

Aber auch wer bisher an keiner Allergie erkrankt ist muss sich vor dieser Pflanze schützen. Allein die Berührung der grünen Blättern kann einen Juckreiz und eine Hautrötung auslösen.




Ambrosia-Pollen gehören zu den stärksten Allergie-Auslösern

Weitaus bedeutender als das Vorkommen dieser Pflanzea als "Unkraut"  in Gärten und landwirtschaftlichen Flächen ist ihre gesundheitlich gefährliche Wirkung. Die Pollen dieser Pflanze gehören zu den stärksten Allergie-Auslösern. So verursacht Ambrosia Heuschnupfen, Asthma und Bindehautentzündungen, außerdem kann es durch den Saft der Pflanze zu Kontaktallergien der Haut kommen. Nach Untersuchungen aus den Vereinigen Staaten reagieren 75 Prozent aller auf Pflanzenpollen allergisch reagierenden Menschen auch allergisch gegen Ambrosia. Hierbei wird Asthma doppelt so häufig ausgelöst wie bei anderen Pollen.

Während der Blütezeit von Juli bis Oktober ist die Ambrosia besonders gefährlich

Ambrosia blüht sehr spät (ab Juli) und lange bis weit in den Oktober hinein und verlängert damit die Pollensaison für Allergiker um etwa zwei Monate. Zu allem Überfluss ist Ambrosia in der Lage unglaublich große Mengen von Pollen (bis zu 1 Milliarde Pollen/Pflanze) zu produzieren. Verschiedene Zeitungen haben deshalb den Flug der Ambrosia-Pollen bereits in ihre Pollenflugmeldungen aufgenommen.

Wie schaut die Pflanze aus?

Ambrosia ist eine einjährige Pflanze, die je nach Standort 0,2 bis 1,5 Meter hoch wird. Die Pflanze wächst buschartig und ist meist stark verzweigt. Ein wichtiges Erkennungsmerkmal sind die fein gegliederten Blätter (2-3-fach fiederspaltig), die beidseitig grün sind und die (vor allem im oberen Bereich) behaarten Stängel. Im unteren Bereich sitzen die Blätter gegenständig, weiter oben wechselständig am Stängel, auch die Blätter sind leicht behaart. (Abbildungen siehe: Foto in diesem Artikel sowie im Faltblatt und im Portal Ambrosiainfo weiter unten)

Die Pflanze überdauert den Winter durch Samen, die im April-Mai auskeimen, wobei das Wachstum zunächst nur langsam erfolgt. Ab Mitte Juni beschleunigt sich das Wachstum deutlich. Die späte Blüte beginnt Mitte Juli/Anfang August und kann bis zu den ersten Frösten im Herbst anhalten.

Was sind typische Standorte für Ambrosia?

Ambrosia ist licht- und wärmeliebend, braucht aber auch ausreichend Niederschläge. Da Ambrosia gegenüber anderen Pflanzen nur eine geringe Konkurrenzkraft besitzt, tritt sie bevorzugt auf nackten Böden, offenen Brachflächen, an Straßen- und Bahnrändern, auf Baustellen, Kiesgruben, Schutthalden, Mülldeponien, Waldrändern und Industriegeländen auf.

Weitere Verbreitung der Ambrosia verhindern durch Entfernung der Pflanze mit der Wurzel

Da eine massive Ausbreitung der Pflanzen in Deutschland sehr negative Auswirkungen auf die Gesundheit vieler Menschen hätte und erhebliche Kosten nach sich ziehen würde, muss eine weitere Verbreitung verhindert werden.

Tipps zur Entfernung aus dem Garten

 

  • Handschuhe tragen und Körperkontakt vermeiden, da schon die Berührung der Blätter zu Hautreizungen und damit zu einer Sensibilisierung führen kann. Wichtig zu wissen ist, dass es erst nach 20 - 30 Minuten zu Rötungen und Juckreiz kommt. 

  • Während der Blütezeit von Juli bis September sollte zusätzlich ein Mundschutz getragen werden!

  • Pflanzen mit ihrer Wurzeln entfernen.
    Abschneiden oder Abmähen bringt wenig, da diese Pflanze ab Juli mit der Blütenbildung beginnt und auch aus Seitentrieben keimfähige Samen bilden kann.

  • Die Pflanze sollte in einem geschlossenen Beutel im Hausmüll entsorgt werden. Nicht in den Kompost oder in die Biotonne werfen, da die Samen sich dann mit der Weiterverwendung des Kompostes weiter ausbreiten könnnen.

  • Die Ambrosia-Fundstellen beobachten, denn weitere Samen können bis in den August hinein mit dem Keimen beginnen.

  • Beim Kauf von Vogel- und Kleintierfutter darauf achten, das es ambrosiafrei ist. Vorsichtshalber sollten besonders die Stellen, an denen Vogelfutter (z.B. Meisenringe) im letzten Winter ausgebracht war, auf das Vorkommen von Ambrosiapflanzen hin beobachtet werden.

Bekämpfung der Ambrosia auf landwirtschaftlichen Flächen

Tritt die Ambrosia auf landwirtschaftlichen Flächen auf, sollte eine chemische Bekämpfung erfolgen. Durch Mähen oder Mulchen ist nur eine unterdrückende Wirkung vorhanden, da die Pflanze immer wieder ausschlägt. Mit Herbiziden ist sie bis zum 6-Blattstadium gut zu bekämpfen. Nähere Auskünfte hierzu erteilen die Unteren Naturschutzbehörden und der Hessische Pflanzenschutzdienst beim Regierungspräsidium Gießen.

Ambrosiastandorte melden

Unter www.ambrosiainfo.de   können alle Informationen bezogen und das Pflanzenvorkommen gemeldet werden (Meldeformular ).
Aber auch die Unteren Naturschutzbehörden der Kreisverwaltungen stehen zur Auskunft bereit.


Weitere Informationen:

„Beifuß-Ambrosie die Stirn bieten“ - breite Informationskampagne der Hessischen Landesregierung zur Eindämmung der Allergiegefahr angelaufen  

Faltblatt:  "Allergiegefahr durch die Beifuß-Ambrosie"   (pdf, 5,2 MB)


Quelle:
    Hessisches Ministerium für Arbeit, Familie und Gesundheit, 2009

Letzte Aktualisierung: 14.11.2012