Viele Birkenpollenallergiker kennen das Problem: Zur Zeit der Birkenblüte läuft die Nase, aber auch außerhalb dieser Zeit und ohne Pollenkontakt reagiert die Mundschleimhaut nach dem Verzehr von Erd- und Haselnüssen, Äpfeln, Sellerie und Hülsenfrüchten. Der Grund: Bestimmte Eiweiße in diesen Nahrungsmitteln sind dem Allergie auslösenden Eiweiß in Birkenpollen in ihrer Struktur so ähnlich, dass der Körper auf sie ebenfalls allergisch reagiert. Dieses Phänomen bezeichnet man als Kreuzallergie. Solche Allergieformen werden bei Birkenpollenallergikern immer häufiger beobachtet.
Ärzte, die bei ihren Patienten eine Birkenpollenallergie diagnostizieren, sollten deshalb darauf hinweisen, dass sie auch auf Sojaprodukte allergisch reagieren könnten, sagt Professor Dr. Dr. Andreas Hensel, Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR). Auch Verbraucherinitiativen und Selbsthilfegruppen sollten Allergiker über dieses Risiko aufklären. Spezielle Warnhinweise zu möglichen Kreuzallergien auf Verpackungen von Sojaprodukten hält das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) dagegen nicht für sinnvoll, zumal Soja als Bestandteil von Lebensmitteln bereits deklariert werden muss.
Da die Kreuzallergien von Birkenpollenallergikern auf Sojaprodukte mit schweren allergischen Symptomen einhergehen können, empfiehlt das BfR Ärzten, Verbraucherinitiativen und Selbsthilfegruppen, Soja in die allgemeine Aufklärung über Kreuzallergien mit Nahrungsmitteln einzubeziehen und Birkenpollenallergiker darüber hinaus gezielt über dieses Risiko aufzuklären. Da Sojabestandteile auf allen Lebensmitteln gekennzeichnet werden müssen, haben betroffene Verbraucher die Möglichkeit, solche für sie kritischen Lebensmittel zu meiden.
Quelle: Bundesinstitut für Risikobewertung / Auszug aus der Pressemitteilung
Nr. 09/2007 vom 28.06.2007
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Letzte Aktualisierung: 18.07.2012Letzte Überprüfung: 18.07.2012