Hessen Logo Verbraucherfenster - Verbraucherportal der Hessischen Landesregierung hessen.de| Inhaltsverzeichnis| Impressum| Kontakt| Hilfe

Anmelden

EHEC-Infektionen - Informationen zum EHEC-Geschehen im Frühsommer 2011

Erste-Hilfe-Kasten

In Deutschland und der Europäischen Union sind die Untersuchungen zum EHEC O104:H4-Ausbruch 2011 abgeschlossen, so das Bundesinstitut für Risikobewertung in seiner Pressemitteilung vom 29.11.2011.

Als Ursache des Ausbruchs sehen die beteiligten Behörden importierte Bockshornkleesamen aus Ägypten an, welche in einem niedersächsischen Gartenbaubetrieb und von Privatpersonen zur Sprossenproduktion verwendet wurden.
Wo und wie die Samen mit dem Ausbruchserreger in Kontakt kamen, ließ sich nicht ermitteln.

Nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) dienten die folgenden Empfehlungen der Prävention von Infektionen nach Verzehr von Sprossen und Keimlingen und richten sich an Inverkehrbringer von Sprossen und Sprossensamen sowie Verbraucherinnen und Verbraucher (Pressemitteilung vom 29.11.2011:



Empfehlungen für Unternehmer:

  • Bei Anbau, Lagerung, Behandlung und Transport von Samen zur Sprossenherstellung sollten die Unternehmen auf strenge hygienische Anforderungen achten, um das Risiko einer Kontamination mit Krankheitserregern so gering wie möglich zu halten.
  • Sprossenproduzenten wird außerdem geraten, nur Samen zu verwenden, die zum Zweck der Sprossenproduktion gewonnen wurden.
  • Nach Möglichkeit sollten Sprossensamen mit geeigneten keimreduzierenden Verfahren behandelt werden, insbesondere wenn die daraus herzustellenden Sprossen zum Rohverzehr bestimmt sind.
  • Der Herstellungsprozess und die produzierten Sprossen sollten mittels mikrobiologischer Kontrollen in angemessenen Abständen überprüft werden.

Empfehlungen für Verbraucher:

  • Das BfR weist Verbraucherinnen und Verbraucher darauf hin, dass Sprossen mit Krankheitserregern belastet sein können, die sich jedoch durch Kochen und Braten abtöten lassen.
  • Personen mit geschwächter Immunabwehr sollten deshalb Sprossen vorsichtshalber nur nach ausreichendem Erhitzen verzehren.
  • Sprossen, die roh verzehrt werden, sollten zur Verringerung der Keimbelastung gründlich gewaschen und möglichst schnell verbraucht werden.
  • Krankheitserreger lassen sich durch das Waschen jedoch nicht sicher eliminieren.

Bei der Zubereitung von Lebensmitteln sollten weiterhin die üblichen Hygieneregeln eingehalten werden, um Infektionen zu vermeiden (siehe weiter unten: Tipps zur Vorbeugung einer Infektion).

 

Kurzinfo zu EHEC

Was ist EHEC?
EHEC (Enterohämorrhagische Escherichia coli) sind Darmbakterien, die Zellgifte bilden und etwa 10 Tage nach der Infektion die Erkrankung auslösen. Die üblichen Symptome sind meistens wässriger Durchfall, Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen. Bei der schweren Verlaufsform treten blutige Durchfälle, und das hämolytisch-urämische Syndrom (HUS) auf. HUS kann zur Zerstörung der roten Blutkörperchen bis hin zum akuten Nierenversagen führen.

Wo kommt EHEC vor?
EHEC kommen natürlicherweise im Verdauungstrakt von Wiederkäuern vor, zum Beispiel bei Rindern, Schafen und Ziegen. Die Tiere erkranken selber nicht, scheiden die Bakterien aber mit dem Kot aus. Da EHEC-Bakterien können wochenlang in der Umwelt, im Boden und im Wasser überleben.

Wie wird EHEC übertragen?
EHEC-Keime können über Lebensmittel,  von Mensch zu Mensch, durch direkten Tierkontakt oder durch verschmutztes Wasser übertragen werden.

Wie werden EHEC-Bakterien abgetötet?
Durch Erhitzungsverfahren wie Kochen, Braten und Pasteurisieren werden EHEC abgetötet. Wichtig ist, dass für mindestens zwei Minuten eine Temperatur von 70 °C im Kern des Lebensmittels erreicht wird.  
Durch Tiefgefrieren werden EHEC-Bakterien nicht zuverlässig abgetötet.   


Informationen von Bundesbehörden

Tipps zur Vorbeugung einer Infektion


Das Bundesinstitut für Risikobewertung informiert in seinem Merkblatt "Verbrauchertipps: Schutz vor Infektionen mit enterohämorrhagischen E. coli (EHEC)"  ausführlich über:

Schutz vor lebensmittelbedingten EHEC-Infektion im Privathaushalt:

  • Rohmilch vor dem Verzehr abkochen; pasteurisierte und ultrahocherhitzte Milch ist als sicher anzusehen.

  • Hände vor der Zubereitung von Speisen und nach Kontakt mit rohem Fleisch gründlich mit Wasser  und Seife waschen und sorgfältig abtrocknen.

  • Rohes Fleisch getrennt von anderen Lebensmitteln lagern und zubereiten, auch beim Grillen (dabei auch verschiedene Bretter, Teller, Zangen verwenden).

  • Flächen und Gegenstände nach Kontakt mit rohem Fleisch, Verpackungen oder Tauwasser sofort
    gründlich reinigen und abtrocknen.

  • Lappen und Handtücher nach der Zubereitung von rohem Fleisch möglichst auswechseln und bei
    mindestens 60 °C waschen.

  • Rohes Gemüse und Obst vor dem Konsum schälen oder zumindest gründlich waschen.

Da EHEC-Bakterien auch in streichfähigen Rohwürsten, beispielsweise in Zwiebelmettwurst, Teewurst oder „Braunschweigern“, sowie in Rohmilchkäse vorkommen können, sollten Risikogruppen - hierzu zählen Säuglinge, Kleinkinder,
ältere und abwehrgeschwächte Menschen - diese Lebensmittel vorsichtshalber  meiden. Zum Schutz des Verbrauchers vor Lebensmittelmittelinfektionen ist rechtlich festgelegt, dass verpackter Käse aus Rohmilch gekennzeichnet werden muss („mit Rohmilch hergestellt“).

Schutz vor einer Schmierinfektion mit EHEC-Bakterien z.B. beim Umgang mit Tieren

Bauernhöfe und Streichelzoos sind beliebte Urlaubs- und Ausflugsziele für Familien mit kleinen Kindern, Kindergartengruppen und Schulklassen. Um EHEC-Infektionen durch direkten Kontakt mit infizierten Tieren vorzubeugen, sollen die folgenden Hygieneregeln beachtet werden:

  • Kleine Kinder beim Umgang mit den Tieren beaufsichtigen.

  • Nach dem Kontakt zu Tieren oder Erde sowie vor dem Konsum von Speisen und Getränken Hände gründlich mit Wasser und Seife waschen und sorgfältig abtrocknen.

  • Speisen und Getränke nur außerhalb der Tierställe und Gehege verzehren.

Auch von Mensch zu Mensch ist eine Übertragung des Erregers möglich. Besonders für kleine Kinder spielen infizierte Erwachsene und ältere Geschwisterkinder eine wichtige Rolle als Ansteckungsquelle. Daher ist es erforderlich, auf sorgfältige persönliche Hygiene zu achten und regelmäßig die Hände zu waschen.   

(Auszug aus dem Merkblatt "Verbrauchertipps: Schutz vor Infektionen mit enterohämorrhagischen E. coli (EHEC)")


Informationen zusammengestellt vom VerbraucherFenster Hessen

Bild:  pandore - www. Fotolia

Letzte Aktualisierung: 09.01.2013