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Vitamine im Alter: Vitamin E

Haselnüsse und Nussknacker

Die wichtigsten Aspekte zu Vitamin E, wie Funktionen und Vorkommen, aber auch die Besonderheiten bei Senioren und Tipps für die Ernährung zu Hause werden beschrieben.

 

1. Allgemeines

Wie bei den meisten Vitaminen verbergen sich hinter dem Begriff Vitamin E verschiedene Substanzen mit unterschiedlicher Wirksamkeit. Um die verschiedenen Substanzen einheitlich bewerten zu können, wurde der Begriff "Tocopherol-Äquivalente" eingeführt.

2. Funktionen

Vitamin E ist wichtig für den Schutz der Körperzellen. Diese können durch aggressive Sauerstoffverbindungen, sogenannte freie Radikale, beschädigt werden. Vitamin E sorgt für den Erhalt der Zellstruktur. Weiterhin hemmt Vitamin E die Entstehung von oxidiertem LDL-Cholesterin, einem Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Substanzen, die vor aggressiven Sauerstoffverbindungen schützen, werden "Antioxidantien" genannt.

3. Besonderheiten bei Senioren

Ältere Menschen sind in der Regel ausreichend mit Vitamin E versorgt, ein Mangel an Vitamin E tritt nur selten auf. Mit zunehmendem Alter sinkt jedoch die Fähigkeit des Körpers sich an verschiedene Stoffwechselbedingungen anzupassen. Davon betroffen ist auch das Unschädlichmachen von aggressiven Verbindungen. Um vor diesen Verbindungen geschützt zu sein, ist die ausreichende Zufuhr von Antioxidantien wie Vitamin E, Vitamin C und -Carotin bei älteren Menschen wichtig.

Die Verwertung von Vitamin E aus der Nahrung ist normalerweise auch im Alter unproblematisch. Da die Vitamin E-Verdauung aber gemeinsam mit den Nahrungsfetten erfolgt, können Störungen in der Fettverdauung zu einem erhöhten Vitamin E-Bedarf führen. Ein höherer Vitamin E-Bedarf ist deshalb bei Lebererkrankungen, Darmerkrankungen und Störungen der Bauchspeicheldrüse möglich.

4. Vorkommen

Natürlicherweise wird Vitamin E nur von Pflanzen gebildet. Besonders reich an Vitamin E sind die Samen von Pflanzen. Deshalb sind aus Samen hergestellte pflanzliche Öle wie z.B. Weizenkeimöl, Maiskeimöl, Sonnenblumenöl, Rapsöl oder Olivenöl besonders Vitamin E-reich. Auch Nüsse enthalten nennenswerte Mengen an Vitamin E.

5. Schätzwert für eine angemessene Zufuhr

Nach Schätzungen ist eine tägliche Zufuhr von 11 mg Vit. E (Tocopherol-Äquivalenten) für Seniorinnen und 12 mg Vit. E (Tocopherol-Äquivalenten) für Senioren über 65 Jahren angemessen. Zum Vergleich:

  • ein Esslöffel Weizenkeimöl (12 g) enthält 21 mg Vit. E
  • ein Esslöffel Sonnenblumenöl (12 g) enthält 8 mg Vit. E
  • ein Esslöffel Rapsöl (12 g) enthält 3 mg Vit. E
  • ein Esslöffel Olivenöl (12 g) enthält 2 mg Vit. E
  • zehn Haselnüsse (40 g) enthalten 4 mg Vit. E
  • fünf Walnüsse (30 g) enthalten 1-2 mg Vit. E

6. Tipps für zu Hause

  • Vitamin E ist luft- und lichtempfindlich. Bewahren Sie pflanzliche Öle deshalb zu Hause dunkel und gut verschlossen auf.
  • Zum Braten geeignet sind z.B. Soja- und Rapsöl sowie raffiniertes Oliven- und Sonnenblumenöl. Eine Überhitzung der Öle ist zu vermeiden.
  • Für Salate, aber nicht zum Braten, sind Weizenkeimöl und Färber-Distel-Öl geeignet. Vitamin E ist zwar weitestgehend beständig gegen Erhitzen, die darin enthaltenen ungesättigten Fettsäuren werden jedoch beim Erhitzen verändert.

7. Überdosierung

Als obere Zufuhrmenge, bei der normalerweise keine unerwünschten Wirkungen auftreten, werden 200 mg Vit. E (Tocopherol-Äquivalente) pro Tag angesehen. Bei einer höheren Zufuhr kann es zu Magen-Darm-Störungen oder Wechselwirkungen mit anderen Vitaminen oder Medikamenten kommen.


Quelle:  Deutsche Gesellschaft für Ernährung

Letzte Aktualisierung: 06.07.2012