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Lebensmittelimitate: Tipps für den Einkauf

Mann mit Einkaufskorb

Statt echtem Schinken oder Käse landen teils billige Lebensmittelimitate auf den Tellern der Verbraucher: Mogel-Schinken aus Stärke-Gel mit Fleischstückchen wird anstelle von Kochschinken serviert, der Käse entpuppt sich als Käseersatz mit Pflanzenfetten.

Das Hessische Verbraucherschutzministerium informiert.





Was sind Lebensmittelimitate?

ParagraphenzeichenDamit bezeichnet man Produkte, die ein anderes Lebensmittel nachahmen sollen und diesem somit in Aussehen und Geschmack weitgehend gleichen. Die verwendeten Rohstoffe haben dabei in der Regel nichts oder nur wenig mit dem echten Lebensmittel zu tun. So gibt es käseähnliche Erzeugnisse (bezeichnet als Analog- oder Kunstkäse), die nicht oder nur zu einem Teil aus Milch oder Milchprodukten hergestellt werden. Sie bestehen aus Eiweiß, Pflanzenfetten, Verdickungsmitteln, Geschmacksverstärkern sowie Aroma- und Farbstoffen.
Ebenso findet man Schinkenimitate, die durchschnittlich einen Fleischanteil von nur ca. 60 Prozent haben. Die fehlende Fleischmenge wird hier mit Wasser ausgeglichen, dessen Anteil teilweise bis zu 40 Prozent beträgt. Ferner werden dem Produkt Bindemittel (z. B. Stärke) sowie Gelier- und Verdickungsmittel zugesetzt, damit eine schnittfeste Masse entsteht.
Allerdings: Imitate können bei Verwendung von richtigen, d. h. zutreffenden Verkehrsbezeichnungen auf Packungen oder Speisekarten legal angeboten bzw. eingesetzt werden. Sie sind auch nicht gesundheitsgefährdend.

    
    


Warum und wo werden Lebensmittelimitate verwendet?

BruschettaDer Grund für die Verwendung von Imitaten ist ganz einfach: Sie sind billiger, weil die verwendeten Ausgangsprodukte häufig preisgünstiger zu beziehen sind. Zum Teil spielen auch vereinfachte Produktionsabläufe eine Rolle.
Schinkenimitate sind ein Problem, das vor allem in der Gastronomie und dort insbesondere bei Pizza auftritt. Nicht selten bezeichnen die Hersteller der Fleischerzeugnisse die Schinkenimitate fälschlich als Schinken, und selbst in Fällen, in denen das Imitat vom Hersteller richtig benannt wird, kann es dann auf der Speisekarte als „Schinken“ auftauchen.
Bei Analogkäse war letzten Untersuchungen des Landesbetriebs Hessisches Landeslabor zufolge überwiegend offene Ware irreführend deklariert, die in Gaststätten, Imbissen und Bäckereien abgegeben wurde. Fertigpackungen und Proben aus Herstellerbetrieben mussten dagegen nur selten beanstandet werden.

     
    


Müssen Handel und Gastronomie die Lebensmittelimitate als solche kennzeichnen?

Koch mit GerichtJa, andernfalls handelt es sich um eine Täuschung der Verbraucher.
Als Käse dürfen nach europäischem Recht nur Produkte bezeichnet werden, die ausschließlich aus Milch hergestellt wurden. Wird ein verarbeiteter Milchbestandteil ganz oder teilweise ersetzt (zum Beispiel Milchfett durch Pflanzenfett), so darf die Bezeichnung Käse auch als Wortbestandteil nicht mehr verwendet werden.
Schinkenimitate dürfen nicht als Schinken oder Formfleischschinken bezeichnet werden, sondern müssen anders genannt werden, etwa „Pizzabelag nach Art einer groben Brühwurst mit Vorderschinkenteilen“.
In der Praxis werden die Imitate allerdings häufig falsch ausgezeichnet, so dass ihr tatsächlicher Charakter nicht erkennbar ist.
     
   

      

Kann ich Lebensmittelimitate äußerlich vom „Original“ unterscheiden?

SchinkenDas kommt auf das Lebensmittel an.
Analogkäse ist häufig sowohl vom Aussehen als auch vom Geschmack oder von der Konsistenz her nicht von echtem Käse zu unterscheiden.
Bei Schinken kann man die Imitate dagegen normalerweise erkennen. Bei echtem Schinken erkennt man durchgehend Strukturen von gewachsener Muskulatur und den natürlichen Verband von Muskelsträngen, für Formfleischschinken sind die unterschiedlichen Größen der zusammengefügten Muskelfleischstücke und die unterschiedlichen Muskelfaserrichtungen typische Erkennungsmerkmale. Schinkenimitate bestehen dagegen oft aus einer gelartigen, schnittfesten Masse, in die kleinste bis deutlich sichtbare Fleischstücke eingebettet sind. Oft sehen diese Erzeugnisse aus wie Brühwurst.

         
        


Wer führt die Kontrolle durch?

Mann am MikroskopDie Lebensmittelüberwachung ist Ländersache, die Bundesländer regeln jeweils für ihren Bereich die Organisation.
In Hessen werden die Kontrollen vor Ort durch die Ämter für Veterinärwesen und Verbraucherschutz (Vollzugsbehörden) durchgeführt, die in Landkreisen und größeren Städten als Teile der Kreis- oder Stadtverwaltungen etabliert sind.
Die notwendigen Untersuchungen finden im Hessischen Landeslabor statt.
Über die Konsequenzen aus Verbraucherirreführung entscheiden die Vollzugsbehörden. Die Adressen der hessischen Vollzugsbehörden   sind unter dem Link auf den Internetseiten des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz aufrufbar.
     
     

      
    
Wie kann ich mich als Verbraucher schützen?

Frauen mit EinkaufswagenDies ist nicht immer einfach. Im Lebensmittelrecht ist zwar klar verankert, dass der Verbraucher nicht getäuscht werden darf. Verbraucherschützer kritisieren aber, dass Kunden selbst dann, wenn die Imitate korrekt gekennzeichnet sind, häufig nicht klar erkennen können, was sie eigentlich kaufen. Es reiche daher nicht alleine aus, den Verkauf von Käse- oder Schinkenimitaten unter Bezeichnungen wie „Käse“ oder „Schinken“ zu verbieten. So sei beispielsweise aus einer Bezeichnung wie „Pizza-Mix“ für Analogkäse nicht eindeutig erkennbar, dass es sich nicht um Käse handelt. Stattdessen müssten Imitate klar als solche gekennzeichnet werden.
Bei Fertigpackungen kann es unter Umständen hilfreich sein, einen Blick in die Zutatenliste zu werfen. Dort finden sich Hinweise in Form von unüblichen oder fehlenden Zutaten, die dann Rückschlüsse auf das Vorliegen eines Imitats ermöglichen.
Schließlich kann man z. B. bei seinem Bäcker nachfragen, ob er tatsächlich Käse als Zutat für sein Käsebrötchen verwendet oder ob er ein Käseimitat einsetzt.

      
      


Verfasser:   Hessisches Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz ,  2. September 2009

Bild:   Mikael Damkier © www. Fotolia.de; imageit © www. Fotolia.de; mipan © www. Fotolia.de