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Wie vermehre ich mein Geld?

Euroscheine
Wenn es um die Geldanlage geht, kann Unwissenheit teuer werden. Wer sich allein auf den vermeintlich guten Rat von Finanzprofis verlässt, stellt hinterher nicht selten fest, dass die Empfehlungen für ihn nicht optimal gewesen sind. Erschwerend kommt hinzu, dass der Markt der verschiedenen Geldanlageprodukte recht unübersichtlich ist. Und während der Anleger an der Vermehrung seines Geldes interessiert ist, hat der  Berater bzw. Vermittler einer Geldanlage natürlich vor allem seinen eigenen Gewinn im Blick.

Diese grundsätzliche Interessenkollision beeinflusst im starken Maße die Beratungspraxis. Dabei spielt es meist keine Rolle, ob man sich einer Bank, einer Versicherung oder einem Finanzberater anvertraut hat.

Die Verbraucherzentrale Hessen informiert Sie dazu hier im VerbraucherFenster Hessen.

Kurzinfo
Gut beraten ist, wer sich vor einer geplanten Geldanlage umfassend informiert. Nur so stellt man sicher, dass man tatsächlich die Geldanlage wählt, die am besten zu einem passt und verringert das Risiko, teures Lehrgeld zahlen zu müssen.

Geld, das sicher angelegt werden soll, ist in diversen Zinsanlagen sehr gut aufgehoben. Diese sind nicht nur sicher, einfach und bequem. Vielmehr findet – nach Abzug etwaiger Kosten – tatsächlich von Beginn an eine Geldvermehrung statt. Problematisch ist hier manchmal, aufgrund unterschiedlicher Vertragsgestaltungen, der Vergleich der tatsächlichen effektiven Verzinsung.

Wer für einen Teil seines Vermögens weniger Sicherheit benötigt und mehr Rendite erwartet, sollte auf längere Sicht auf Investmentfonds setzen – hierfür aber auch die nötige Zeit für die Informationsbeschaffung und eine anbieterunabhängige Beratung einplanen. Die Mischung macht’s: Je nach Anlageziel sollte man in kurzfristige Zinsprodukte und dauerhafte Fondsprodukte getrennt anlegen. Keinesfalls sollte man sich zu einer Anlage in teure und versteckte  Risiken überreden lassen. Die Unterschiede einzelner Finanzprodukte, was Rentabilität, Kostenstruktur, Flexibilität und Sicherheit angeht, können erheblich sein. 
 

Inhaltsverzeichnis

1       Allgemeines
         Liquidität - Flüssig bleiben!
         Sparstrumpf ade!
         Inflation schlagen!
         Information ist das A & O

2       Anlagenziele
         Sicherheitsorientierter Anleger
         Die "risikolose Rendite" am Geldanlagemarkt

3       Kosten schmälern die Rendite deutlich 
         Beispiel: Garantieprodukte
         Nicht spekulieren, sondern erstmal rechnen!
         Fazit
4       Kurz- bis mittelfristige Anlagen

5       Geldanlage mit konkretem Ziel

6       Geldanlage - langfristig und rentabel
         Fondsparen
         Kosten beim Fondsparen
         Kosten vermeiden!
         Kostengünstige Alternative: Indexfonds
         Fondssparen versus Fondspolice unter dem Gesichtspunkt der Abgeltungssteuer

7       Weitere Informationsquellen

1   Allgemeines

Zinsniveau, Börsenklima, Rohstoffpreise, Währungsschwankungen und die Konjunkturentwicklung  lassen sich schwer vorhersehen und doch hängt die Rentabilität aller Finanzprodukte mehr oder weniger von diesen Faktoren ab. Die Bausteine für den persönlichen Anlageerfolg hängen dagegen sehr von der jeweiligen Vorgehensweise ab. Bevor man all zu schnell sein Geld aus der Hand gibt, sollte man sein eigenes Sparpotential genau ausloten. Wer gut plant, verringert die Risiken.

Folgende Fragen sollte sich daher jeder Anleger beantworten, bevor er sich auf die Suche nach den zu den eigenen Anlagezielen passenden Finanzprodukten macht:

  • Wie viel Geld habe ich überhaupt zur freien Verfügung? Wie viel muss als schnell verfügbarer Notgroschen für alle Fälle auf die Seite gelegt werden?
  • Wie viel kann ich dann noch einmalig oder monatlich dauerhaft anlegen?
  • Welches Ziel verfolge ich mit meiner Geldanlage? Anlage für einen bestimmten Zweck (Altersvorsorge, geplanter Hauskauf etc.)?
  • Welcher bin ich eigentlich? Will ich eine sichere Anlage oder ist mir eine hohe Renditechance wichtiger?

Liquidität - Flüssig bleiben!
Grundsätzlich ist vorab zu prüfen, wie viel Geld überhaupt angelegt werden kann. Für bevorstehende Anschaffungen, Urlaub oder unvorhergesehene Ausgaben sollte jederzeit eine bestimmte Geldsumme als Notgroschen oder Reservekapital kurzfristig zur Verfügung stehen. Als Richtschnur für die Größe der Reserve sollten etwa 2-3 Monatsgehälter reichen. Wer nicht schon über ein entsprechendes Reservekapital verfügt, beginnt zunächst einmal damit, sich ein solches aufzubauen. Denn der vorzeitige Abbruch von Sparanstrengungen ist oft mit erheblichen Nachteilen verbunden. Eine unvorhergesehene Kreditaufnahme für bloße Konsumschulden mangels Liquidität sollte auf jeden Fall vermieden werden.

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Sparstrumpf ade!
Für die Geldreserve sind der alte Sparstrumpf oder das mickrig verzinste Sparbuch passé. Geeignet sind eigentlich nur praktisch täglich verfügbare Sparkonten, die eine entsprechende gute effektive Verzinsung bieten. In Frage kommt hier das  sogenannte Tagesgeldkonto, welches in der Regel kostenlos angeboten wird. Abstriche bei der Sicherheit muss hier niemand machen, wenn er sich über die jeweils geltende Einlagensicherung informiert. Hierauf ist zu achten, damit das angelegte Geld auch bei einer Insolvenz der Bank geschützt ist.

Aber selbst viele attraktive Angebote, auch ausländischer Banken, bieten für solche Konten eine ausreichende Einlagensicherung – zum Beispiel von 100% bei einer Anlagesumme bis zu 50.000 €, häufig werden auch deutlich größere Geldsummen abgesichert. Jede Bank informiert den Anleger auf Nachfrage über die jeweilige Einlagensicherung.

Eine jeweils aktuelle Übersicht zu Konditionen von Tagesgeldkonten veröffentlicht die Stiftung Warentest in ihren monatlich erscheinenden Finanztest-Heften.

Information ist das A & O
Der gut informierte Anlegertyp ist klar im Vorteil. Er plant sorgfältig die Anlage kleinerer oder größerer Summen, indem er sich notwendige Informationen über die Vor- und Nachteile einzelner Finanzprodukte verschafft. Vor allem wägt er selber ab, welche Summe auf welche Laufzeit einem kleineren, einem größere n oder gar keinem Risiko ausgesetzt werden soll. Insbesondere meidet er bei ähnlicher Renditeaussicht unnötige Kosten und unnötige Risiken. Er ist eher in der Lage zu erkennen, welche der von den Finanzberatern empfohlenen Finanzprodukte zu ihm passen und am besten seinen Erwartungen entsprechen.

Wer sich wenig Mühe bei der Auswahl macht, oder aufgrund seines Wissen nicht auf Augenhöhe mit den Anbietern verhandeln kann, muss damit rechnen, Abstriche bei der Rendite zu machen, zusätzliche Kosten in Kauf zu nehmen oder ungeahnte Risiken einzugehen. Denn es ist einige Erfahrung und Wissen erforderlich, um vor allem die Nachteile verschiedener Finanzprodukte aus den dürftigen Werbeflyern, aus dem Kleingedruckten der Unterlagen und aus den Berateraussagen herausfiltern zu können. Leider verlassen sich hier viele nur auf ihr Bauchgefühl. Dabei ist das Honorar für eine tatsächlich unabhängige Geldanlageberatung bei weit reichenden und umfangreichen Geldanlageentscheidungen sehr gut angelegt.  

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2   Anlageziele

Traditionell werden bei der Geldanlage drei Anlageziele berücksichtigt:

  • Sicherheit
  • Liquidität
  • Rentabilität

Keine Anlageform kann alle Kriterien in gleicher Weise oder auf einmal erfüllen. Je mehr man von dem einem möchte, desto mehr Abstriche muss man bei den anderen beiden machen. Von daher löst man sich besser gleich von der Vorstellung, eine hohe Rendite mit absoluter Sicherheit vor Verlusten und Wertschwankungen erzielen zu können und gleichzeitig noch zu jedem Zeitpunkt ohne Nachteile über das Kapital verfügen zu können!

Daneben prägen insbesondere Kosten und Gebühren der Finanzprodukte, Steuerregeln, die eigene Bequemlichkeit oder der Wunsch nach einer nachhaltigen Geldanlage die Anlageentscheidung.

Eine Entscheidung, die den meisten Anlegern sehr schwer fällt, aber unbedingt eine eigene Entscheidung sein sollte, ist die Frage: Welchen Geldbetrag setze ich welchem Risiko aus?


1.2.1 Sicherheitsorientierter Anleger
Sicherheit kostet zwar Renditemöglichkeiten, lässt den einen oder anderen aber ruhiger schlafen. Insbesondere, wenn man mit dem Ziel anlegt, zu einem bestimmten Zeitpunkt eine bestimmte Summe auch wirklich zur Verfügung zu haben, ist dies eine sinnvolle Entscheidung. Jedoch sind die Anlagemöglichkeiten für den Anlegertyp, der keinerlei Risiko eingehen und den Kapitalerhalt jederzeit gewährleistet wissen will, eingeschränkt. Wer zu keinem Zeitpunkt Wertschwankungen oder Verluste hinnehmen möchte, dem bleibt nur die Auswahl zwischen einer Reihe verschiedener Zinsprodukte: z. B. Tagesgeld, Festgeld, Sparbrief, Bundesschatzbriefe, Bundesanleihen, Pfandbriefe, Banksparpläne.

Bei Zinsprodukten mit Laufzeiten von einem Jahr und länger kann man zugunsten höherer Zinsen auf die Verfügungsmöglichkeit (Liquidität) verzichten.

Demgegenüber sind bestimmte Inhaberschuldverschreibungen und Anleihen mit deutlich höherer Verzinsung mit Vorsicht zu genießen, da sie nicht immer der Einlagensicherung unterliegen.

1.2.2 Die „risikolose Rendite“ am Geldanlagemarkt
Für alle Sparanstrengungen empfiehlt es sich, immer die am Markt erzielbare „risikolose Rendite“ zum Vergleich heranzuziehen. Als Maßstab dienen die Topkonditionen einfacher und bequemer Geldanlageangebote mit höchster Sicherheit. 

Zum Vergleich von Angeboten mit täglicher Verfügbarkeit sind das zum Beispiel  die „Top Ten“ der Tagesgeldkonten.

Für kurz- bis mittelfristige Anlagezeiträume von einem bis zu sieben Jahren sind es die Angebote für Sparbriefe oder Festgeldkonten mit entsprechender Einlagensicherung. 

Die „risikolose Rendite“ für eine einjährige Anlage liegt derzeit bei vielen aktuellen Angeboten bei 1,5% bis 2 %.

Beispiel:
Ein Anleger legt 10.000 € für ein Jahr auf einem Festgeldkonto an. Für diese Zeit verzichtet er auf die Verfügbarkeit und erzielt einen Zins von 2 %. Nach einem Jahr erhält er 200 € Zinsen, die er gegebenenfalls versteuern müsste.

Jede etwaige Alternative muss sich in Bezug  auf Sicherheit, Verfügbarkeit, Renditechance nach Steuern und insbesondere Kosten daran messen lassen! Doch oft werden einem komplizierte und teure Angebote gemacht, die nach Steuern und insbesondere Kosten nicht an die „risikolose Rendite“  herankommen.

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1.3  Kosten schmälern die Rendite deutlich 
Bei der Besteuerung der Kapitalanlagen sind die meisten Anleger hoch sensibel und achten peinlich darauf, dass der Fiskus nicht allzu viel von der erzielten Rendite erhält.

Weit weniger sensibel ist das Gros der Anleger allerdings, wenn Banken oder andere Finanzdienstleister sowie Vermittler, mit Entgelten, Verwaltungskosten und Provisionen das Vermögen ihres Kunden schmälern. Finanzprodukte, die mit einer höheren Wertentwicklung, als die „risikolose Rendite“ beworben werden, sollten daher genau auf ihre Kostenbestandteile und ihr tatsächliches Wertentwicklungspotenzial untersucht werden.

Beispiel für eine Prüfung:
Zunächst sollte man sich die Wertentwicklung vor Augen halten, die sich aus einer monatlichen Sparrate von 100 € oder einer einmaligen Geldanlage von 10.000 € innerhalb von fünf Jahren ergeben könnte:

 

Tabelle 1: Wertentwicklung bei monatlicher Sparrate von 100 €
Jahr 100€ mtl. 3% 4% 5% 6%
1 1200 1220

1226

1232

1239

2 2400 2476

2501

2527

2552

3 3600 3769

3827

3885

3944

4 4800

5102

5206

5312

5420

5 6000 6474

6640

6810

6984



Tabelle 1: Wertentwicklung bei einmaliger Geldanlage von 10.000 €    
Jahr 1000€ mtl. 3% 4% 5% 6%
1

10300

10400

10500

10600

2

10609

10816

11025

11236

3

10927

11249

11576

11910

4

11225

11699

12155

12625

5

11593

12167

12763

13382

Im zweiten Schritt sind Kosten- und Risikobewusstsein gefragt. Es gibt eine Vielzahl von Geldanlageprodukten, die eigentlich die Chance auf eine höhere Wertentwicklung als die „risikolose Rendite“ hätten. Zum Beispiel Investmentfonds, Zertifikate, höher verzinste Inhaberschuldverschreibungen, strukturierte Anleihen, Hochzinsanleihen, Genussscheine, Aktienanleihen, etc.

Doch allein die hohen Anfangskosten und die jährlichen Verwaltungskosten vieler Finanzprodukte können die Rendite sogar unter die 2 %-Marke drücken! Viele dieser Anlagemöglichkeiten haben daher nicht das Renditepotenzial, das ein Eingehen von Risiken rechtfertigen würde!

1.3.1 Beispiel: Garantieprodukte
Aktien bieten einerseits ein hohes Renditepotenzial, andererseits auch ein entsprechendes Verlustrisiko. Daher werden inzwischen auch Garantiefonds angeboten. Das sind Investmentfonds, die am Ende der festgesetzten Laufzeit entweder die Rückzahlung des ursprünglich eingezahlten Anlagebetrages oder eines bestimmten Prozentsatzes davon garantieren. Die Garantiefonds erreichen jedoch selten ein Renditepotenzial von 8%, da nicht die komplette Anlagesumme in Aktien angelegt wird. Um Garantien versprechen zu können, wird tatsächlich überwiegend sicher angelegt. Und das drückt die Rendite. Hinzu kommen Kosten wie Ausgabeaufschläge, Verwaltungsgebühren und Depotentgelte.

Beispiel:   
Angenommen ein Garantiefonds erzielt auf 3 und auf 5 Jahre eine jährliche Wertentwicklung von 5%, ergibt sich nachstehende Rechnung: Als Kaufgebühr fällt der sogenannte Ausgabeaufschlag an. Angenommen er beläuft sich nur auf 2,5%, drückt er die eigentliche Wertentwicklung auf 4,14 % bzw. 4,48 %, also unter die Marke einer risikolosen Geldanlage.

Tabelle 3: Garantiefonds als Einmalanlage
 Anlagedauer  3 Jahre 5 Jahre
 Wertentwicklung  5 %  5 %
 Ausgabeaufschlag  2,5 %  2,5 %
 Rendite  4,14 %  4,48 %


Durch zusätzlich anfallende Kosten, wie Verwaltungsgebühren oder Depotentgelte, fällt die eigentliche Rendite sogar noch deutlich unter die 4%. Wenn einige Garantiefonds sogar nur eine Wertentwicklung von 2% erzielten, stünde man nach mehreren Jahren sogar mit einem leichten Verlust da!


1.3.2 Nicht spekulieren, sondern erstmal rechnen!
Was für viele Anleger den Kauf von Aktienfonds interessant macht, ist deren Renditepotenzial auf lange Sicht. Andererseits ist es unter Berücksichtigung der Fondskosten und des Verlustrisikos ratsam, auch bei Aktien nur eine Anlage von  einem bis fünf Jahren zu planen. Wer längerfristig plant, sollte sich vorher darüber im Klaren sein, was es für ihn bedeutet, bei schlechtem Börsenwetter aussteigen zu müssen.

Beispiel:   
Bei einer einmaligen Anlage von 10.000 € in einen oder mehrere Aktienfonds ist in aller Regel ein Renditepotenzial von 8% jährlich und mehr gegeben. Sogar eine Rendite von 8% nach Kosten ist in Einzelfällen möglich. Entwickelt sich der Aktienmarkt wie gewünscht, würde der  Anlagebetrag in fünf Jahren auf 14.693 € steigen. Demgegenüber steht das erhebliche Verlustrisiko. Also das Risiko, zum Beispiel bei einer negativen Entwicklung auf dem Aktienmarkt einen großen Teil der Anlagesumme zu verlieren. Bei einem Verlust von 50% ständen dann nach fünf Jahren nur noch 5000 € zur Verfügung.

Mit einer sicheren Geldanlage könnte man hingegen ohne Verlustrisiko etwa 12.000 € erzielen. Daher muss sich jeder Anleger selbst die Frage stellen und beantworten, ob er bereit ist, für einen möglichen Mehrgewinn das Verlustrisiko einzugehen.

Wer dennoch auf steigenden Kurs spekuliert, sollte auch die regelmäßigen Kosten im Blick haben: Durch den Ausgabeaufschlag in Höhe von 5% reduziert sich das Anlagevermögen von 10.000 € gleich zu Anfang um 500 €. Es stehen also nur 9.500 € für die Geldanlage zur Verfügung. Zusätzlich fallen Verwaltungskosten in Höhe von 1,5% an und werden ebenfalls direkt vom Anlagebetrag abgezogen. Außerdem können zusätzlich Depotgebühren, Transaktionskosten, eventuelle Provisionen, etc. anfallen. Bei monatlichen Sparraten in Höhe von 100 € in einen Aktienfonds wirken sich Ausgabeaufschlag und Verwaltungskosten in den ersten 5 Jahren negativ aus. Selbst bei positiver Wertentwicklung in Höhe von 8% jährlich, erreicht man nach drei und fünf Jahren nur eine Rendite von 2,69% bzw. 4,17%.

Tabelle 4: Aktienfonds als Sparplan
Anlagedauer  3 Jahre 5 Jahre
Wertentwicklung 8 % 8 %
Ausgabeaufschlag 5 % 5 %
Verwaltungskosten 1,5 % 1,5 %
Rendite 2,69 % 4,17 %

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1.3.3 Fazit
Ob Aktienfonds, Dachfonds, Garantiefonds, Immobilienfonds oder Zertifikate. Teure und viel versprechende Geldanlagen sind in der Regel komplex und kompliziert. Sich durch die Verkaufsprospekte und Vertragsbedingungen zu arbeiten, ist unabdingbar, um das Risiko- und Renditepotenzial überhaupt abwägen zu können. Bei kurz- bis mittelfristigen Geldanlagen sollte man selbst alle Kostenbestandteile erfragen und zusammenstellen.

Denn schon hohe Kosten machen kurz- und mittelfristige Anlageangebote unattraktiv:

Merke:    
Je kürzer der Anlagezeitraum, desto sicherer sollte die Geldanlage sein!

Je kürzer der Anlagezeitraum, desto weniger darf die Geldanlage kosten!


1.4  Kurz- bis mittelfristige Anlagen
Für kurz- bis mittelfristige Anlagezeiträume von unter einem Jahr bis zu sieben Jahren bieten Tagesgeld, Festgeld, Sparbriefe für den risikobewussten Anleger eine gute effektive Verzinsung nach Kosten.

Für die Dauer von fünf oder sechs Jahren oder für denjenigen, der längerfristig auf Nummer sicher gehen will, kommen Banksparpläne mit festem Zins, variable m Zins oder mit fester Zinstreppe in Frage. 

Einfach, sicher und bequem sind Bundeswertpapiere, z. B. Bundesschatzbriefe und Bundesanleihen. Für Bundeswertpapiere kann man sich ein Schuldkonto direkt bei der Deutschen Finanzagentur einrichten, das online oder telefonisch verwaltet wird, und spart so Kosten, die z.B. beim Kauf über eine Bank entstehen würden.

Wer dauerhaft monatlich sparen möchte kann per Dauerauftrag den regelmäßigen Kauf der Bundeswertpapiere organisieren. 

Pfandbriefe von Hypothekenbanken können eine Alternative zu Bundeswertpapieren sein, da sie bei vergleichbar ähnlicher Sicherheit oft eine um 0,1 % oder 0,2 % höhere Verzinsung bieten. Wenn die effektive Verzinsung bzw. die Rendite für eine längerfristige Festgeldanlage aber nicht deutlich höher ist als die für eine kurzfristige, braucht man nicht so lange auf die Verfügbarkeit zu verzichten und legt sich zunächst nur für ein oder zwei Jahre fest.

1.5 Geldanlage mit konkretem Ziel
Ob für die Ausbildung der Kinder, die Anschaffung eines neuen Fahrzeugs oder die Ablösung der Restschuld eines Immobiliendarlehens – um das Sparziel zu erreichen, sollte man immer auf Verlässlichkeit setz en! In diesen Fällen stehen Sicherheit und Kalkulierbarkeit im Vordergrund. 

Um am Ende der Laufzeit mit einer festen Summe rechnen zu können, eignen sich fast nur Banksparpläne. Wird für die gesamte Laufzeit ein fester Zins oder eine feste Zinstreppe vereinbart, weiß man auf Euro und Cent genau, welcher Betrag am Ende zur Verfügung steht. So kann man entweder die Höhe der monatlichen Sparrate an die benötigte Sparsumme anpassen oder für eine bestimmte Sparrate den Auszahlungsbetrag kalkulieren. Mit einem Banksparplan geht man keinerlei Risiko ein. Dafür sollte man aber eine risikofreie Rendite von mindestens 3 bis 4% je nach Laufzeit erwarten.

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1.6  Geldanlage – langfristig und rentabel
Sei es für den eigenen Sprössling, den Enkel, das Eigenkapital für den Immobilienerwerb oder sei es noch völlig offen, ob für die spätere Immobilie oder die Altersvorsorge gespart wird – immer sind Durchhaltevermögen und Rentabilität gefragt. Für die langfristige Geldanlage von mindestens 10 bis 15 Jahren können rentablere Geldanlagen,  wie z. B. Investmentfonds mit höherem Risiko gewählt werden. Denn das Verlustrisiko sinkt von Jahr zu Jahr immer deutlicher und der Zinseszinseffekt steigert das Kapital von Jahr zu Jahr, bzw. von Jahrzehnt zu Jahrzehnt, deutlich stärker.


1.6.1 Fondsparen
Die Idee von Investmentfonds ist einfach: Viele Sparer legen Geld in einen Topf zusammen. Ein Fondsmanager ist beauftragt, das Vermögen in diesem Topf zu verwalten. Je nach Ausrichtung des Fonds kauft er Aktien, Anleihen, Währungen, Immobilien oder Optionen oder von jedem etwas. Investmentfonds bieten für jeden die Möglichkeit, sie sich je nach Risikoneigung zusammenzustellen.

Für den Anleger, der vorübergehende Wertschwankungen hinnehmen kann, und dennoch nur ein mäßiges Risiko eingehen möchte, können sich als Basis europäische Mischfonds aus Renten und Aktien eignen. Je kleiner der Aktienanteil, desto geringer das Risiko. Bei einem gut bewerteten defensiven Mischfonds hat man dauerhaft eine höhere Renditechance und nimmt nicht das Risiko reiner Aktienfonds auf sich. Die Verlustwahrscheinlichkeiten sind daher nur eher vorübergehend Natur, in den ersten Jahren möglich, wenn die Aktienbeimischung bei nur 20-30% liegt.

Mit einem Sparplan kann man jederzeit ein- und aussteigen. Wer mehr als 50 € im Monat anlegen möchte, kann die Anlagesumme auf mehrere Fonds verteilen. Eine größere einmalige Anlagesumme kann anfangs gleich auf mehrere Mischfonds verteilt werden oder man wählt selbst die Mischung aus mehreren europäischen Rentenfonds und ein oder zwei europäische Aktienfonds. Da die Wertschwankungen auf lange Sicht deutlich abnehmen und auch die Renditechancen steigen, kann es sich lohnen, die passenden Fonds zusammen zustellen. Um Fehler zu vermeiden oder hohe Gebühren zu umgehen, sollte man sich konkret informieren oder unabhängigen Rat einholen.

Die langfristige Wertentwicklung von Aktien und Aktienfonds ist attraktiv, kann über 20 Jahre hinaus jährlich bei 7,5% oder sogar 10% liegen. Eine gute Möglichkeit sich dem rentablen Aktienmarkt zu nähern, ist ein Fondsparplan in Aktienfonds. Der Einstiegszeitpunkt spielt hier kaum eine Rolle, da der Anleger Monat für Monat nur geringe Summen einzahlt. In der Regel reichen 50 € bereits aus. Selbst ein Börsencrash kurz nach Vertragsschluss könnte den Fondssparer kalt lassen, da er ja bisher nur wenig investiert hat und nun weitere Fondsanteile Monat für Monat billiger einkauft. Da die Aktienkurse in der Regel längerfristig stetig steigen und die Anlage über mindestens 7-10 Jahre auch längerfristig geplant ist, profitiert man dann umso mehr.

Fondstest und -analysen finden sich zum Beispiel im Sonderheft der Stiftung Warentest „Finanztest Spezial, Geldanlage mit Investmentfonds“.

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1.6.2 Kosten beim Fondsparen
Die Kosten des Fondsparens erschließen sich nicht jedem auf den ersten Blick. Denn  manche Kosten sind für den Anleger sichtbar, andere bleiben ihm bisher verborgen. Der sichtbare Ausgabeaufschlag ist immer zu beachten. Er wird sofort jeweils beim Kauf von Fondsanteilen fällig. Als laufende Kosten eines Fonds fallen zudem Verwaltungsgebühren an. Die Fondsgesellschaft zieht sie anteilig vom Fondsvermögen ab. Zu den laufenden Kosten gehört auch die Depotbankvergütung. Die Depotbank organisiert die Ausgabe und Rücknahme der Fondsanteile. In der Gesamtkostenquote TER (Total Expense Ratio) sind die laufenden Kosten zusammengeführt. Hierzu können noch Depotentgelte kommen, für die Verwahrung der Fonds. Bei einige Direktbanken und Fondsvermittler ist das allerdings kostenlos.

Unterstellt man eine jährliche Wertentwicklung von 7%, reduziert der Ausgabeaufschlag (AA) von 5% und ein jährlicher Kostenabzug (VG) von 1,5% erheblich die Wertentwicklung. Demgegenüber wirft ein Fondsparplan ohne Ausgabeaufschlag und nur mit einem Kostenabzug von 0,5 % jährlich wieder deutlich mehr ab:

Tabelle 5: Auswirkung der Kosten beim Fondsparen

100 € monatlich

10 Jahre

20 Jahre

30 Jahre

40 Jahre

0 % AA, 0 %  VG

17.202 €

51.040 € 

117.606 € 

248.552 €

5 % AA, 0 %  VG

16.383 €

48.610 €

112.006 €

236.715 €

5 % AA, 1,5 %  VG

14.964 €

40.272 €

83.078 €

155.458 €

0 % AA, 0,5 %  VG

16.689 €

47.914 €

106.337 €

215.644 €


Es kann also längerfristig mehrere tausend Euro Unterschied ausmachen, ob man den gleichen Fonds teuer oder kostengünstig kauft. Einen Fonds ohne Kosten wird es nicht geben. Aber der informierte Anleger kann beim Fondskauf ohne weiteres an der Kostenschraube drehen und dadurch seine Rendite erhöhen.

1.6.3 Kosten vermeiden!
Wer bei seiner Hausbank Fonds kaufen möchte, kann sich seinen Wunschfonds durch den Bankmitarbeiter über die Börse kaufen lassen. Dann zahlen Sie vor allem bei größeren Orders weniger Gebühren. Direktbanken bieten zum Teil günstige Gebühren bei der Online- oder Telefonorder. Daneben gibt es die Möglichkeit über sogenannte Fondsdiscounter oder Fondsvermittler Ausgabeaufschlag und Depotgebühren für eine Vielzahl von Fonds zu sparen.

Siehe hierzu auch: Sonderheft der Stiftung Warentest „Finanztest Spezial, Geldanlage mit Investmentfonds“.

1.6.4 Kostengünstigere Alternative: Indexfonds
Indexfonds enthalten dieselben Aktien im selben Verhältnis wie der Index, auf den sie sich beziehen. Sie machen dabei jede Marktbewegung mit.

Mit dem Kauf eines Indexfonds lassen sich allerdings die Kosten durchaus reduzieren. Ein Indexfonds auf den deutschen Aktienindex Dax oder den MSCI Deutschland kostet in der Regel nur ein Bruchteil der jährlichen Verwaltungsgebühren. Statt 1,5 % fallen oft weniger als 0,5 % an. Versteckte Kosten wie Kick-Back-Zahlungen und Transaktionskosten fallen ebenfalls nicht an oder wesentlich geringer aus. Mit Indexfonds lassen sich beinahe die gesamten Weltmärkte abbilden, wobei sich eine größere Gewichtung auf europäische Märkte empfiehlt. Sparpläne auf Indexfonds können auch eine ideale langfristige Geldanlage im Sinne der Altersvorsorge sein.

Problem: Die Banken bieten sie selten an!

Was für den Anleger ideal ist, ist für die Bank oft nicht attraktiv genug. Die laufenden Vergütungen für den Verkauf und die Verwaltung erscheinen zu gering. Dem Kunden werden viel lieber aktiv gemanagte Fonds angeboten.

Bei einem aktiv gemanagten Fonds, setzt der Fondsmanager eine Idee um. Er kann einzelne Aktien höher gewichten oder welche kaufen, die im Index fehlen. Der Index dient nur als Messlatte, die es zu übertreffen gilt. Mit dem Kauf verschiedener Indexfonds, die viele Werte unterschiedlicher Märkte enthalten, kann man sein Vermögen entsprechend breit streuen. Von den meisten aktiv gemanagten Fonds schaffen es allerdings immer nur wenige, den Index zu übertreffen.

Gerne bietet die Bank auch Zertifikate aus dem unerschöpflichen Reservoir ihrer Zertifikateschmieden an. Dabei kennen viele Bankkunden nicht den Unterschied zwischen Fonds und Zertifikat. Bei letzterem sind unbedingt die Bonität, also das Insolvenzrisiko des Herausgebers, zu prüfen, und die Spielregeln im Verkaufsprospekt zu lesen.

Exkurs: Unterschied zwischen Zertifikat und Investmentfonds
Zertifikate sind rechtlich gesehen Schuldverschreibungen, die so sicher sind wie die Zahlungsfähigkeit (Bonität) der dahinter stehenden Bank. Es gibt keine regelmäßigen Zinszahlungen und keinen festen Rückzahlbetrag wie bei Anleihen üblich. Sie beziehen sich als spezielle Anleihe vielmehr auf die Kursentwicklung anderer Anlageobjekte, einzelne Aktien, einen bestimmten Rohstoff oder einen Index.  Zertifikate sind Kunstprodukte, mit denen sich erdenklich viele Anlageideen verwirklichen lassen. Die Kostentransparenz ist meist unzureichend und das Studium der „Spielregeln“  (Emissionsbedingungen) ist unabdingbar! Bei Zertifikaten fällt die Dividende meistens an die Bank.
Bei einem Aktienfonds oder Indexfonds auf den Dax werden tatsächlich Aktien gekauft. Auf die im Falle einer Insolvenz der Bank der Insolvenzverwalter nicht zugreifen kann, da es sich um Sondervermögen der Anleger handelt. Die Dividende fällt bei Fonds in der Regel dem Anleger zu Gute.

Im Zweifel empfiehlt es sich, unabhängigen Rat einzuholen, ob zur Auswahl der Fonds oder zum Kauf der Fonds. Ein Blick darauf, wie Kosten die Fondsentwicklung beeinflussen, sollte genügen, um festzustellen, dass sich hier geschicktes und vielleicht mühsames Vorgehen lohnt.

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1.6.5 Fondssparen versus Fondspolice unter dem Gesichtspunkt der Abgeltungssteuer
Fondssparpläne unterliegen ab 2009 voll der Abgeltungssteuer. Hingegen sind Kapitalerträge aus Fondspolicen – also aus fondsgebundenen Rentenversicherungen – auch künftig nur zur Hälfte mit dem persönlichen Steuersatz zu versteuern, wenn die Auszahlung nach Erreichen des 60. Lebensjahres erfolgt.

Eine genaue Betrachtung der Auszahlungen im Vergleich, zeigt jedoch, dass Fondspolicen ihren steuerlichen Vorteil durch zusätzliche Kosten wieder verspielen. Die meisten Fondspolicen weisen durchgängig schlechtere Ergebnisse auf als reine Fondssparpläne mit Investmentfonds. Ein Fondsparplan mit Indexfonds bietet zudem deutlich mehr Möglichkeiten, frühzeitiger an das Geld wieder heranzukommen. Den meisten Fondspolicen droht zudem der vorzeitige Abbruch, was oft mit erheblichen Nachteilen verbunden ist.


2 Weitere Informationsquellen

Beratungsangebote der Verbraucherzentrale Hessen

  • Telefonische Beratung zu Altersvorsorge 0900 1 972011, donnerstags 10 bis 14 Uhr: 1,75 Euro pro Minute aus dem deutschen Festnetz; Mobilfunkpreise könne abweichen.

  • Persönliche Beratung zu Altersvorsorge, 150 € pro Beratung. Terminvereinbarung unter 0180 5 972010. 0,14 Euro pro Minute aus dem deutschen Festnetz; aus dem Mobilfunkmaximal 0,42 € pro Minute.

  • Homepage: www.verbraucher.de

Informationen aus anderen Quellen

  • Allgemeine Informationen und Rechner zur Geldanlage bietet die Stiftung Warentest: www.test.de
  • „Finanztest Spezial – Geldanlage mit Investmentfonds – 5000 Fonds im Test“, erscheint jeweils im April eines Jahres, 7,50 €.

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Quelle:  Verbraucherzentrale Hessen e.V., Große Friedberger Str. 13-17, 60313 Frankfurt, im Auftrag des VerbraucherFensters Hessen

Bild:       ril - Fotolia.com

Letzte Aktualisierung: 26.07.2012